Europas Mobilitätsbegleiter.
Weit mehr als nur Pannenhilfe!
Jeden Tag sitzen in Deutschland Millionen Menschen hinter dem Steuer. Sie pendeln zur Arbeit, fahren einkaufen oder holen ihre Kinder ab. Doch häufig wird dieser Weg durch eigene Unachtsamkeit riskanter, als vielen bewusst ist.
Zahlreiche Autofahrende lassen sich hinter dem Steuer von Smartphones ablenken: ein schneller Blick auf eine Nachricht, ein Musikwechsel, ein kurzer Check sozialer Medien. Der kleine Alltagshelfer ist stets griffbereit und das Gefahrenpotenzial enorm. Denn schon wenige Sekunden Ablenkung erhöhen das Unfallrisiko drastisch.
Weicht der Blick von der Fahrbahn ab, befindet man sich im sogenannten „Blindflug“. Schon zwei Sekunden reichen dann, um Menschenleben zu gefährden: Wer bei Tempo 50 innerorts nicht auf die Straße schaut, legt rund 28 Meter ohne Sichtkontakt zur Fahrbahn zurück. Selbst bei 30 km/h sind es noch knapp 17 Meter – das entspricht drei bis vier Autolängen.
Gerade im innerstädtischen Verkehr können so in Sekundenbruchteilen lebensgefährliche Situation entstehen. Besonders gefährdet sind schwächere Verkehrsteilnehmende wie Zufußgehende oder Radfahrende. Untersuchungen, wie die des Allianz Zentrums für Technik (AZT) aus dem Jahr 2023 zeigen zudem, dass sich vor allem junge Autofahrende häufig durch Smartphones ablenken lassen. Laut der AZT-Untersuchung sind hier junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren besonders betroffen.
Den Blick von der Fahrbahn abzuwenden ist ein häufiger Unfallfaktor: Laut Auswertung der Unfallstatistik 2024 des Statistischen Bundesamtes wurde bei 5.309 Unfällen mit Personenschaden Ablenkung am Steuer als Unfallursache erfasst.
In 1.039 Fällen war die Nutzung elektronischer Geräte nachweislich unfallursächlich. Insgesamt kamen 25 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben, bei denen Ablenkung durch elektronische Geräte als Ursache registriert wurde.
Mit der Clubinitiative 2026 „Kopf hoch!“ prüft der ACE Auto Club Europa an besonders frequentierten Straßenkreuzungen im städtischen und ländlichen Raum in ganz Deutschland stichpunktartig, wie häufig Handy-Verstöße am Steuer zu beobachten sind. Grundlage ist ein standardisierter Checkbogen, mit dem die Nutzung von Smartphones während der Fahrt systematisch erfasst wird. Die Kontrollen finden ab April statt.
Unser Ziel ist es, auf die Risiken von Smartphones am Steuer aufmerksam zu machen, Menschen für die Gefahrenlage zu sensibilisieren und präventives Bewusstsein zu stärken. Denn schon wenige Sekunden Ablenkung können entscheidend sein.
Als Gründungsmitglied des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) haben wir seit 1969 eine ganz besondere Verbindung zum Thema Verkehrssicherheit. Dabei eint uns insbesondere die Vision Zero, die das Ziel hat, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten langfristig auf null zu senken.
„Ablenkung am Steuer ist längst kein Randphänomen mehr, sondern Alltag auf unseren Straßen. Tausende Unfälle mit Personenschaden gehen jedes Jahr auf Unaufmerksamkeit zurück, viele davon stehen im Zusammenhang mit der Nutzung elektronischer Geräte. Wer auch nur einen Moment chattet oder scrollt, riskiert, einen Menschen zu übersehen. Und dennoch greifen täglich unzählige Autofahrende ganz selbstverständlich zum Handy, wenn die Aufmerksamkeit eigentlich der Straße gehört. Weil wir diese Entwicklung nicht länger hinnehmen dürfen, rücken wir mit unserer ACE-Clubinitiative 2026 die Handy-Ablenkung in den Fokus. Denn Sicherheit beginnt mit Aufmerksamkeit: Schon ein kurzer Blick aufs Display kann über Leben und Tod entscheiden.“
Sven-Peter Rudolph, Vorsitzender ACE Auto Club Europa
„Das Verbot elektronischer Geräte greift bereits weit vor dem aktiven Tippen: Schon das bloße Aufnehmen oder ein zu langer Blick auf das Display – auch beim fahrzeugeigenen Touchscreen – ist unzulässig. Wer die Straße für zwei Sekunden aus den Augen lässt, verliert bei 50 km/h auf 28 Metern jegliche Kontrolle. Dieser ‚Blindflug‘ wird konsequent geahndet: Neben Bußgeldern ab 100 Euro führt jeder Verstoß zwingend zu Eintragungen im Fahreignungsregister. Kommt es zum Schaden, droht nicht nur ein Fahrverbot. Ein Mitverschulden kann dann angenommen werden, wenn ohne die Ablenkung der Schadenseintritt hätte verhindert werden können. Das kann zu erheblichen Abschlägen bei der Abwicklung durch die Versicherung führen.“
Felix Müller-Baumgarten, Fachgebietsleiter Verkehrsrecht ACE Auto Club Europa
Mit der Verkehrssicherheitsaktion „Kopf hoch!" zum Thema Ablenkung am Steuer durch Handys widmen sich die Ehrenamtlichen des ACE Auto Club Europa 2026 bereits zum 21. Mal intensiv einem Kernthema des ACE.
Die mehrmonatige bundesweite Clubinitiative ist ein fester Bestandteil unseres Vereins. Im Vordergrund steht bei jeder Clubinitiative das Bestreben, sich für Verbesserungen im Sinne der Verkehrssicherheit und des Verbraucherschutzes starkzumachen und die Wahrnehmung von verschiedenen Gefahren und Problemen im Straßenverkehr zu schärfen.
Lag der Fokus der Clubinitiative 2024 auf der Schnell-Ladeinfrastruktur entlang wichtiger Autobahnen und Bundesstraßen, wurde im vergangenen Jahr der Schwerpunkt auf die Überprüfung der Schulwegsicherheit für Grundschülerinnen und Grundschüler gelegt.
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